New Double CD ‘Tightly Wound’ by composer Dorothy Hindman released

Thanks to Dorothy Hindman for having our recording of TAUT on her brand-new double CD ‘Tightly Wound’, which has been released by Innova Recording. 🙂
‘Fueled by a unique blend of punk, postmodern, and spectral techniques, Dorothy Hindman’s music sings and screams, breathes and howls, leaving a lasting impression like none other. Her second solo release, Tightly Wound, a double album showcasing her music for strings, stakes a solid claim for her position as one of the more fearless voices in chamber music today. Hindman’s works have a raw power — such as Heroic Measures, Taut and Needlepoint, three perspectives on the ravages of cancer, or Setting Century, an elegy on how losing a parent clarifies our own mortality. Other pieces are lighter in substance but no less personal: Time Management on the impossibility of balancing marriage, children and career, Monumenti and centro on the challenges of life, language, and customs in a different country, and Sound|Water on climate change and sea level rise in her native Miami.

Over a two-decade span of works, Hindman’s driving rhythms, meticulous development, and sparkling timbral imagination show her commitment to connecting music and life to a thrilling degree. Enter with caution.

Tightly Wound features a string of stellar performers, including cellist Craig Hultgren, guitarist Paul Bowman, double bassist Robert Black, PULSE, Corona Guitar Kvartet, Amernet String Quartet, Duo 46, and many more.’

https://www.innova.mu/albums/dorothy-hindman/tightly-wound

Transatlantic Tales – Klassik Heute, by Stefan Pieper [01.07.2015]

http://www.klassik-heute.de/4daction/www_medien_einzeln?id=21483
Sich forschend an ein Instrument annĂ€hern, Neues hervorbringen und dabei die Musik in den Dienst „außermusikalischer“ Botschaften stellen, um auf diese Weise noch tieferes zum Ausdruck zu bringen – solche spannenden Wege lotet die neue CD mit Kompositionen von Faye-Ellen Silverman aus. Sie ist eine US-amerikanische Komponistin abseits des Lauten und um jeden Preis SpektakulĂ€ren. Die auf dieser CD vorgetellte Musik zeigt umso mehr, dass hier jemand konzentriert und verinnerlicht aus sich selbst heraus arbeitet und reflektiert. Und wenn es um Gitarrenmusik geht, hat die Komponistin mit dem Gitarristen Volkmar Zimmermann einen verlĂ€sslichen Partner, um sich im gemeinsamen Prozess am Ausdrucksspektrum der gezupften Saiten abzuarbeiten. Denn die Transatlantic Tales sind Musik fĂŒr Gitarre und anderes, auch fĂŒr mehrere Instrumente.
Die CD tut gut daran, zunĂ€chst bei den „UrsprĂŒngen“ anzusetzen, wenn der Personalstil der Komponistin zunĂ€chst in einer Art PrĂ€ludium vorgestellt wird. „Processional“ vermittelt in unprĂ€tentiöser Klarheit und nicht ohne selbst auferlegte formale Strenge zwischen fein gewebter und linearer musikalischer Entwicklung. Dabei darf sich auch einmal in tonale Grenzbereiche hinein getastet werden. Mit immer neuem Entdeckungspotenzial weitet sich der Rahmen kontinuierlich aus. Fließend wirkt der Übergang von solistischem Gitarrenspiel zum feinnervigen Ensembleklang. Ein deutlich frĂŒher komponiertes TriostĂŒck gebĂ€rdet sich unter den HĂ€nden dreier Saiten-Artisten viel rauer, ja regelrecht wĂŒtend mit seinen harschen IntervallsprĂŒngen, spĂ€ter auch mit perkussiven GerĂ€uscheffekten auf den Saiten.
Worte kommen ins Spiel. Das StĂŒck Shadow ist kein Spaß. Denn mit der allegorischen Lyrik einer Emily Dickinson verarbeitet die Komponistin eigene SchicksalsschlĂ€ge, vor allem den Verlust eines Lebenspartners. Skizzenhaft und fragil muten diese Fragmente an, wo man sich ja auch naturgemĂ€ĂŸ schwach fĂŒhlt. Aber stĂ€rkend wirkt ein lupenrein atmendes Gitarrenspiel. Das gibt Halt fĂŒr die expressive Stimme von Marlene Bichel und das Klarinettenspiel von Maria Sook Garmark.
Ein metaphorisch aufgeladener Text von Oskar Wilde stand Pate fĂŒr eine Triokomposition aus dem Jahr 2000. Hier ĂŒberwiegen nachdenkliche KlĂ€nge und eine filigran verschrĂ€nkte melodische QualitĂ€t. Und auch der unverbrauchte Schatz dĂ€nischer Lyrik tut sich hier auf – zu Recht, da ja auch einige Musikerinnen und Musiker aus dem nördlichen Nachbarland zu den AusfĂŒhrenden dieser Produktion gehören. Und damit wird es dann endlich auch leichtfĂŒĂŸig auf dieser CD: MĂ€rchenhaft und sinnlich sind jene Danish Delights, in deren Zentrum die Schilderung eines Pierrots, eines anmutig tĂ€nzelnden und die Laute schlagenden Gauklers steht. Volkmar Zimmermann und Sara Fiil mit ihrem ĂŒberirdisch-schönen Soprangesang erweisen sich hier als Traum-Duo, um imaginĂ€re Bilder lebendig zu machen.
Viel Mut fĂŒr das Unverbrauchte will hier an einen geneigten Hörer appellieren, sich auf Neues einzulassen. Und dieser Appell geht hier nicht nur an ausgesprochene Fans von Gitarrenmusik.